Chat GPT kam mit einem Bang in die Welt. Jeder Mensch, der ein wenig offen war, probierte es aus, ob privat oder beruflich. Jeder hat überlegt, was das wohl für Auswirkungen auf seinen Job haben wird mit einem – mal ängstlichem, mal optimistischen Fazit. Es war sofort, sehr nah, sehr präsent und es war salonfähig zu diskutieren.
Nachhaltigkeit ist da anders. Es gab nicht den „Bang“, das Thema kam langsam auf, ein wenig in Wellen. Wir haben langsam verstanden, dass es so etwas gibt wie Klimawandel und Ressourcen endlich sind. Nur einzelne Personen, zumindest in Deutschland, haben drüber nachgedacht, was wohl mit dem Job, dem Leben passieren wird, wenn der Klimawandel und der Verbrauch von Ressourcen weiter seine Wege gehen. Es fühlte sich weit weg an und auch nicht immer salonfähig zu diskutieren.
Aber warum? Ein kleines Gedankenspiel: Wäre die Akzeptanz und Dringlichkeit von Nachhaltigkeit deutlicher, wenn es mit einem großen Bang bekannt gemacht worden wäre? Vielleicht.
Der Unterschied lässt sich zum großen Teil psychologisch oder aus einer Change-Perspektive erklären.
Während Chat GPT einfach auszuprobieren ist und schnell einen Nutzen bringt, haben wir hier klassische „low hanging fruits“, niedrige Hürden und einen direkten, positiven Nutzen. Die negativen Effekte, wie Energieverbrauch, sind weitestgehend unbekannt, und nicht direkt beim Anwender:in sichtbar oder spürbar. Die negativen Effekte verteilen sich also auf eine nicht greifbare Allgemeinheit.
Das Thema Nachhaltigkeit ist da fast andersherum: um etwas gutes im Sinne der Nachhaltigkeit zu tun, wird etwas an den eigenem Verhalten oder geschäftlichen Handeln geändert. Das heißt die zu überwindenden Hürden, der Invest liegt bei einzelnen Unternehmen. Der Nutzen allerdings liegt in der Allgemeinheit und teilweise auch in der unbekannten Zukunft.
Dieser Unterschied ist wichtig! Denn das Handeln nach eigenem Interesse ist so zutiefst menschlich, dass es schwer ist zu ändern. Da braucht es dann für ein nachhaltigeres Handeln externe Anreize, wie erhöhte Kosten (wie Emissionszertifikate) oder gesetzliche Vorgaben (wie Berichtspflichten). Die wiederrum führen nicht zu einer steigenden Freude an dem Thema.
Umso wichtiger ist es, KI direkt mit Nachhaltigkeit in Verbindung zu denken. Beides – KI und Klimawandel/Ressourcenverbrauch – sind Themen, die bleiben und sich immer mehr mit unserem Alltag verweben werden. Nachhaltigkeit, sei es Ressourcenverbrauch oder auch soziale Auswirkungen, werden nur schwer im Nachhinein in die KI zu integrieren sein, gleichzeitig kann KI helfen nachhaltiger zu handeln, durch mehr Wissen oder Effizienz.
Beide Themen gehören also zusammen.
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